Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland e.V.

 

 

 

 

 

Abstracts 2026

 

  •  

    Bob Blume

    In einer Welt, die von Künstlicher Intelligenz, multiplen Krisen und wachsender sozialer Ungleichheit geprägt ist, stellt sich die Schule existenzielle Fragen: Was heißt es heute zu lernen? Welche Kompetenzen brauchen junge Menschen wirklich? Und wie kann Schule ein Ort sein, der nicht reproduziert, sondern befähigt? Die Keynote geht auf eine kritische und zugleich hoffnungsvolle Reise durch ein Bildungssystem im Umbruch. Mit Blick auf gesellschaftliche Realitäten und digitale Herausforderungen geht es darum, dass das Lernen ins Zentrum steht und die jungen Menschen berührt.

  •  

    Prof. Dr. med. Veit Roessner

    Unter dem Titel "Bekannt, benannt, vermieden - die Elefanten im Raum der KJP" lädt der Vortrag dazu ein, heikle, oft umgangene Kernfragen unseres Faches offen zu diskutieren. Zu Beginn werden mögliche "Elefanten" vorgestellt und per kurzer Publikumsabstimmung gewichtet; anschließend werden die meistgewählten Themen - soweit es die Zeit erlaubt - vertieft diskutiert. Zur Auswahl stehen u. a.: diagnostische Sicherheit und Qualitätssicherung (auch im Vergleich zu anderen Disziplinen), Sinn und Grenzen weiterer Spezialisierung, die unscharfe bis ungeklärte Definition des Begriffs Kindeswohl, Indikation und Evidenz für Maßnahmen gegen den Willen junger Patient:innen sowie der Umgang mit fachlicher Nichteignung im Kontext von Nachwuchsmangel.

  •  

    Prof. Dr. med. Veit Roessner

    Die Reform der Psychotherapeutenausbildung schafft neue Berufsrollen (Psychotherapeut*innen in Weiterbildung) und ein neues Weiterbildungsregime - aber die Finanzierung vieler Weiterbildungsanteile ist weiterhin umstritten bzw. lückenhaft. Insgesamt droht ein Nadelöhr: approbierte Absolvent:innen finden keine Weiterbildungsplätze, während Kapazitäten der bisherigen PiA-Unterstützung in Kliniken und Praxen auslaufen. Für KJP-Fachärzte bedeutet das Planungs- und Haftungsrisiken: unklare Zuständigkeiten, Supervisions- und Delegationsfragen, Brüche in Zuweisungswegen sowie mögliche Versorgungsengpässe bei Kindern und Jugendlichen. Der Vortrag beleuchtet viele dieser Details umfassend aus Sicht der Kinder- und Jugendpsychiatrie.

     

  •  

    Dr. med. Dieter Appel

    Der Vortrag beleuchtet Ursachen, Symptome, diagnostische Zuordnungen und Entwicklungsverläufe bei sozio-emotionalen Entwicklungsstörungen in der Grundschule. Diskutiert werden Einflüsse von Umfeldfaktoren. Schwerpunkt ist die Darstellung bindungsorientierter therapeutischer Möglichkeiten im Dreieck Kind/Bezugsperson - Praxis - Schule.

  •  

    Dr. Michael Meusers

    Es gibt eine Leitlinie auch für Kinder und Jugendliche Was heißt das, wenn wir als Psychiater ein Gutachten schreiben? Was muss insgesamt begutachtet werden - was ist die Aufgabe des Endokrinologen - was ist psychiatrisch? Vorgestellt wird ein Konzept, das in der Zusammenarbeit mit einer endokrinologischen Praxis entstanden ist. Wir überblicken aktuell insgesamt 25 beurteilte Patienten.

  •  

    Dr. phil. Peter Conzen

    In einer zunehmend unübersichtlichen, sich rasch wandelnden Welt eine authentische persönliche Identität zu entwickeln, gestaltet sich zu einer anspruchsvollen Herausforderung. Immer häufiger haben wir es mit Menschen zu tun, die sich in ihrer Lebensführung und ihrem Weltbild zunehmend einengen, sich sozial zurückziehen, illusionären Vorstellungen und Phantasien nachhängen oder sich in unerschütterlichen Überzeugungen und extremen Positionen verhärten. Aber auch im Zerrissenen momentanen Weltgeschehens beobachten wir zunehmend polarisierende Haltungen von Intoleranz, Autoritarismus und Dogmatismus, zur rücksichtslosen und gewaltsamen Durchsetzung eigener Interessen und Ideologien. Wie kommt es zu Verengungen und Verhärtungen des individuellen und kollektiven Identitätsgefühls? Und durch welche Formen der Aufklärung, der familiären und schulischen Sozialisation können wir radikalen und antidemokratischen Entwicklungen - gerade bei Kindern und Jugendlichen - entgegenwirken?

  •  

    Götz-Peter Lampe

    In einer Zeit zunehmender Komplexität von Lebens- und Lernwelten rückt das Thema Barrierefreiheit über den klassischen Fokus auf körperliche und geistige Behinderungen hinaus: Menschen mit psychischen Erkrankungen und neurodiversen Lern- und Wahrnehmungsprofilen benötigen Räume und Strukturen, die nicht nur physisch, sondern vor allem mental und kognitiv zugänglich sind. Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen (z.B. Angststörungen oder Depressionen) oder neurodiversen Ausprägungen (z. B. Autismus, ADHS, etc.) erleben häufig Umgebungen, in denen ihre Bedürfnisse nicht hinreichend berücksichtigt werden. Studien zeigen, dass insbesondere in schulischen Settings neurodiverse Schülerinnen und Schüler überproportional häufig unter Schulstress, Fehlzeiten und Teilhabeeinschränkungen leiden (Fielding et al., 2025). Ziel des Vortrags ist es, Konzepte der mentalen und kognitiven Barrierefreiheit aufzuarbeiten, aktuelle Befunde darzustellen, Implikationen und Ziele zu skizzieren.

  •  

    Dr. Silke Naab

    Depressionen zählen zu den häufigsten und schwerwiegendsten psychischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter und führen häufig zu sozialen Problemen, schulischer Leistungsverschlechterung und erhöhtem Suizidrisiko. Im Vortrag werden aktuelle Erkenntnisse zu altersabhängiger Symptomatik und ätiologischen Faktoren - darunter familiäre und schulische Belastungen, intensive Nutzung sozialer Medien, Traumatisierungen, Klimakrise und weltweite Konflikte - beleuchtet. Diagnose und Differentialdiagnose sowie leitlinienbasierte Therapieansätze, innovative Einzel- und Gruppentherapieelemente, digitale und schulgestützte Interventionen stehen im Fokus. Die Bedeutung von Elternarbeit, Vernetzung, sowie Indikation und Risiken moderner Psychopharmakotherapie werden diskutiert. Der Vortrag richtet sich an stationär und ambulant tätige Fachkräfte sowie Personen im Schuldienst und beleuchet die Notwendigkeit der Zusammenarbeit. Eigene Behandlungsergebnisse runden den Vortrag ab.

  •  

    Dr. med. Andreas Richterich

    Für Schülerinnen und Schüler ist die digitale Welt ein relevanter Bestandteil des Lebens. Sowohl in der Freizeit als auch in der Schule werden Internet, KI, Social Media und Spiele genutzt. Psychotherapeutinnen und Kinder- und Jugendpsychiaterinnen sollten relevanter Trends und Entwicklungen verstehen, um Zugang zu haben zu dieser Sicht auf die Welt. In diesem Vortrag werden die für die psychische und soziale Entwicklung relevanten aktuellen Entwicklungen zusammenfassend beschrieben und mit kurzen Videos, Bildern und Berichten dargestellt. Diese Entwicklungen werden mit dem Blick auf die Auswirkungen auf die Entwicklungspsychopathologie des Kindes- und Jugendalters (Stichwort Hikikomori) bewertet. Eine klinisch-praktische Betrachtung einschließlich relevanter Forderungen für eine angemessene Therapie schließt den Vortrag ab.

  •  

    Dr. med. Nora Volmer-Berthele

    Schule ist ein zentraler Ort sozialer Teilhabe und emotionaler Entwicklung. Schule ist Lernort und Begegnungsstätte und damit essenziell für die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Der Vortrag beleuchtet die Bedeutung des Lebensortes Schule als Voraussetzung für ganzheitliche Entwicklung und gesellschaftliche Integration. Entlang der Bildungsbiographie - mit Schuleintritt, Übergang und Berufseintritt - werden Chancen und Risiken für die psychische Gesundheit dargestellt. Zunehmende frühkindliche Auffälligkeiten erschweren häufig bereits den Start in das Schulsystem (z.B. Ausschluss aus KITA). Belastungen im Schulalltag und emotional begründete Schulvermeidung werden als wesentliche Gefährdungen der Bildungsbiografie dargestellt. Die Versorgungskette der Behandlungsangebote, mit Fokus auf die Rehabilitation zur Stabilisierung, Förderung schulischer Reintegration und Sicherung von Teilhabe werden mitgedacht.

  •  

    Inke Hummel

    Mein Pfund ist der Kontakt zu mehreren hundert Eltern jährlich aus verschiedenen Kontexten und oft in einer Vorstufe zu Diagnostik mit der Fragestellung, ob das überhaupt nötig ist. Ich kann sie mit Wissen und Impulsen erreichen, so dass häufig frühzeitig eine andere Richtung möglich ist, als die in die KJP-Praxis. Ich kann sie aber auch ermutigen, dort anzudocken, wenn es nötig ist, sie aber noch zögern. In meinem Vortrag stelle ich vor, was Eltern rund um Schule sorgt (prototypisch: 4-jährige, 7-jährige, 14-jährige Kinder), auf welche Lebensrealitäten diese Sorgen treffen und wie Wege in der pädagogischen Beratung aussehen können, dass Eltern im Alltag in mehr Wissen, mehr Leichtigkeit und vor allem mehr Beziehung zu ihren Kindern kommen: resiliente Eltern als Resilienzfaktor für "schulbelastete" Kinder.

  •  

    Johanna Lauff, Dr. med. Dirk Häger

    Kinder und Jugendliche stehen im schulischen Alltag zunehmend unter Leistungsdruck bei gleichzeitig hohen Anforderungen an Selbstregulation und Anpassungsfähigkeit. Dabei wird deutlich, wie wichtig körperbasierte Entwicklungsfaktoren als Einflussgrößen auf Verhalten, Aufmerksamkeit und emotionale Stabilität sind. Neuromotorische Unreife kann die Aufmerksamkeitssteuerung, Impulskontrolle und Stressverarbeitung beeinflussen und damit zur Entstehung und Aufrechterhaltung schulbezogener Belastungen beitragen. Besonders relevant ist dies im Kontext von Ängsten, ADHS, Schulvermeidung sowie sozialen Problemen in der Gruppe, die das schulische Lernen und die Teilhabe erschweren. Fallvignetten illustrieren typische Symptomkonstellationen und Entwicklungsverläufe. Der Vortrag beleuchtet klinische Implikationen, Indikationen sowie die Bedeutung körperbasierter Faktoren im multimodalen Behandlungskontext.

     

  •  

    Dr. Klaus-Ulrich Oehler

    Nach US-amerikanischen Langzeitstudien ist die Lebenserwartung von ADHS Patienten deutlich reduziert. Dies liegt neben der erhöhten Unfallhäufigkeit und Essstörungen mit begleitender Adipositas, an dem Substanzmissbrauch. Dieser ist für die klassischen Suchtmittel wie Nikotin, Cannabis und Alkohol zwei- bis dreimal erhöht. Die Besonderheit ist der frühe Beginn des Substanzmissbrauchs. Dieser ist wiederum mit einer ungünstigen Prognose verbunden. In dem Seminar werden Risikoprofile der verschiedenen Substanzen diskutiert. Therapiemöglichkeiten werden aufgezeigt. Insbesondere wird auf die Problematik der gleichzeitigen therapeutischen Amphetamin-Gabe bei weiter bestehendem Suchtverhalten hingewiesen werden. Darüber hinaus wird auf die Risiken des Cannabis-Konsums eingegangen werden.

  •  

    Dr. med. Jakob Metz

    .

     

  •  

    Dr. Henrike Knoppick, Diemut Geigenmüller

    Wie kommen Mitarbeitende eines Sozialpädiatrischen Zentrums (SPZ) dazu, sich mit schulischer Inklusion zu beschäftigen? Unsere Erfahrung zeigt: Kinder und Jugendliche profitieren besonders, wenn medizinisch-psychologische Unterstützung mit ihrem sozialen Lebensraum verknüpft wird. Schule spielt dabei eine zentrale Rolle. Seit 2019 beraten wir Lehrkräfte und Schulteams an Berliner Grundschulen im Rahmen des Projekts "Inklusionsbegleitung". Durch Unterrichtshospitationen und bedarfsorientierte Beratungen unterstützen wir die Analyse von Teilhabebarrieren, das Verständnis herausfordernder Verhaltensweisen und die Entwicklung praxisnaher Handlungsstrategien. Ziel ist eine nachhaltige Verbesserung schulischer und sozialer Teilhabe von Kindern mit Förderbedarf. Der Workshop stellt Erfahrungen und Wirkfaktoren des Projekts vor und diskutiert anhand von Fallbeispielen Chancen und Grenzen schulnaher Unterstützungsangebote sowie die Bedeutung multiprofessioneller Vernetzung.

  •  

    Helene Wittek, Claus Caspari

    Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen entwickelt sich zunehmend zu einer der zentralen Herausforderungen des Bildungssystems und der kinder‑ und jugendpsychiatrischen Versorgung. Aktuelle Studien zeigen einen deutlichen Anstieg von Angststörungen, depressiven Symptomen, chronischer Erschöpfung und psychosozialer Belastung. Gleichzeitig stehen Schulen unter wachsendem strukturellem und pädagogischem Druck, der die Umsetzung präventiver Maßnahmen erschwert. Der Vortrag beleuchtet Prävention im Schulsetting, analog und digital und zeigt anhand der Programme "Resiliente Schule" und "Dare2Care Lernwelt", wie wirksam skalierbare Mental‑Health‑Förderung in Schulen umgesetzt werden kann.

  •  

    Dr. med. Klaus-Ulrich Oehler

    Nach epidemiologischen Studien ist die Häufigkeit von schizophrenen Psychosen und bipolaren Störungen im jugendlichen Alter wesentlich häufiger als es unsere Diagnostikstatistik zeigt. Dies liegt daran, dass die genannten Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter bezüglich ihrer Struktur noch nicht ausgereift sind und sich anders zeigen. Es besteht vornehmlich die Gefahr einer Verwechslung mit Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung. Die sich daran oft ableitende Therapie mit Stimulanzien ist insbesondere für Vorläufererkrankungen von Psychosen ungünstig. In dem Seminar soll daher genauestens auf diagnostische und differentialdiagnostische Strategien eingegangen werden. Weiterhin werden psychotherapeutische und pharmakologische Behandlungsmöglichkeiten ausführlich dargestellt. Bezüglich der Pharmakologie gibt es einige neue Therapieansätze, die insbesondere für Jugendliche hochinteressant sind. Ein besonderes Augenmerk soll auf die Suizidprophylaxe gelegt werden.

  •  

    Dr. Beatrix Barth

    Beim Neurofeedback (NF) werden bestimmte Aspekte der Gehirnaktivität gemessen und den Teilnehmenden in Echtzeit über einen oder mehrere Sinneskanäle rückgemeldet, um die Selbstregulation der mutmaßlichen neuronalen Grundlagen zu erleichtern, die einem Verhalten oder einer Pathologie zugrunde liegen. NF wird zunehmend von Betroffenen mit unter anderem ADHS, Epilepsien, Migräne, Tic-Störungen oder Autismus nachgefragt. Der Vortrag gibt einen aktuellen Überblick über Evidenzlage, Wirksamkeit, Spezifität, Nachhaltigkeit und methodische Herausforderungen von NF im Kindesalter und setzt diese kritisch in Relation zu anderen Behandlungsverfahren. Die mögliche schulische Relevanz wird kurz illustriert, etwa durch Trainingsbedingungen, die realen Situationen nahekommen, wie ein virtuelles Klassenzimmer, um die Übertragbarkeit des Gelernten in den schulischen Alltag zu erleichtern. Ziel ist eine evidenzbasierte Bewertung von NF im Kontext kindlicher mentaler Gesundheit.

  •  

    Dr. Simone Pfeuffer

    Zwangsstörungen zählen zu den häufigsten psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter mit oft starken Auswirkungen auf Alltag, Familie und Schule. In der Therapie von Zwangsstörungen bei Kindern und Jugendlichen ist, wie bei Erwachsenen, die kognitive Verhaltenstherapie mit Expositions- und Reaktionsmanagement die Therapie der 1. Wahl. Angeregt durch eindrucksvolle Behandlungsergebnisse des norwegischen Programms "Bergen-Four-Day-Treatment (4DT)" werden in der Schön Klinik Roseneck seit mehreren Jahren therapeutisch begleitete Blockexpositionen im Rahmen der stationären Behandlung von Jugendlichen mit Zwangsstörungen durchgeführt. Ziel der Implementierung dieser ganzt?gigen Expositionstage ist eine Intensivierung des bestehenden Expositionsvorgehens. Im Rahmen der begleitenden wissenschaftlichen Evaluation wird die Frage verfolgt, ob die Hinzunahme von Blockexpositionen die Wirksamkeit der bestehenden Behandlung erhöht und eine Verbesserung der Behandlungsergebnisse bewirkt.

  •  

    Dr. Silke Naab

    Essstörungen wie Anorexia nervosa, Bulimia nervosa und Binge-Eating-Störung gehören zu den schwerwiegenden psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen und verursachen unbehandelt langfristige körperliche und psychosoziale Folgen. Krankheitsbilder wie ARFID, Atypische Anorexie und Emetophobie stellen besondere Anforderungen an Diagnostik und Therapie. Im Vortrag werden aktuelle epidemiologische Erkenntnisse, Risikofaktoren wie intensiver Medienkonsum, gesellschaftliche Schönheitsideale, Belastungen in Schule, Familie und Peergroup, sowie Klimakrise und globale Konflikte präsentiert. Im Fokus stehen differenzierte ambulante, teilstationäre und stationäre Behandlungsansätze, digitale Nachsorge sowie praxisnahe Empfehlungen für Aufklärung und Betreuung im schulischen Kontext und in ambulanter und stationärer Versorgung. Eigene Behandlungsdaten liefern zusätzliche Impulse für Fachkräfte.

  •  

    Johanna Schimkowitsch

    Kinder nach elterlicher Trennung/Scheidung zeigen Überdurchschnittlich häufig unsichere oder desorganisierte Bindungsmuster, die sich auf Emotionsregulation, Selbstwert und schulisches Sozialverhalten auswirken. Der Beitrag skizziert kurz zentrale Bindungsstile sowie den klinischen Begriff der Bindungsstörung und verknüpft diese mit aktuellen Befunden zur psychischen Gesundheit von Kindern im Schulkontext. Anschließend wird anhand kunsttherapeutischer Fallvignetten gezeigt, wie bildnerische Prozesse, Materialwahl und die Gestaltung der therapeutischen Beziehung genutzt werden können, um Sicherheit, Affektregulation und Mentalisierung zu fördern. Abschließend wird ein laufendes Promotionsprojekt vorgestellt, das bindungsorientierte kunsttherapeutische Beziehungsgestaltung mit Kindern in Trennungs- und Scheidungssituationen qualitativ untersucht und Implikationen für KJP-Praxis und schulische Unterstützungsstrukturen diskutiert.

  •  

    Marie-Louise Lützenkirchen

    Morpheme sind die Bausteine, aus denen unsere Sprache besteht.Wir unterscheiden Prä- und Suffixe und die Stamm- oder Hauptmorpheme. Diese Bausteine sind die bedeutungstragenden Elemente der Sprache. Beim Lesen verarbeiten Könner nicht jeden Buchstaben einzeln, sondern erkennen vertraute Wortbausteine auf einen Blick. "Helbielapsdnar" ist ein Rätsel, weil die Morpheme nicht an der richtigen Stelle angeordnet sind. Erst mit der Sortierung "Hnadblalspileer" wird das Wort lesbar, obwohl es falsch geschrieben ist. Geübte Schreiber erkennen sofort, wenn ein Wort irgendwie komisch aussieht. Die Schreibung "spiehlen" sieht falsch aus. Der schnellste Weg Kindern mit Schwierigkeiten das Lesen und Schreiben beizubringen, ist es Ordnung in die Sprache zu bringen und die Strategien zu nutzen, die auch wir Könner nutzen. Könner schreiben wie sie denken und nicht wie sie hören. Über Morphem-Bewusstsein Lese- und Schreibkompetenz zu erlangen, bleibt oft didaktisch unberücksichtigt.

  •  

    Dipl.-Psych. Marie Plag, Johanna Lauff

    Das vom Institute for Neuro-Physiological Psychology entwickelte INPP-Gruppenprogramm zielt auf die Förderung neuromotorischer Reifungsprozesse bei Kindern und Jugendlichen mit Aufmerksamkeits-, Lern- und Verhaltensauffälligkeiten. Das im schulischen Kontext durchgeführte Gruppenformat wird als praxisnaher Ansatz vorgestellt, um grundlegende Voraussetzungen für Lernen, Verhalten, Aufmerksamkeit und Selbstregulation gezielt zu unterstützen. Neben theoretischen Grundlagen werden Struktur und konkrete Umsetzung im Schulalltag beschrieben. Klinische Erfahrungen und Studien zeigen positive Effekte auf Aufmerksamkeit und Selbstregulation. Der Beitrag diskutiert die Rolle körperorientierter Interventionen für schulische Teilhabe und psychische Stabilität.

  •  

    Dr. Bianca Simonsmeier-Martin

    Skalierbare Interventionen gewinnen zunehmend an Bedeutung, um die mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen effektiv und ressourcenschonend zu fördern. Der Vortrag stellt die aktuelle Evidenz zu Single-Session Interventions (SSI), Single-Session Consultations (SSC) und Stepped-Care-Ansätzen in der psychotherapeutischen und psychiatrischen Versorgung junger Menschen vor. Auf Basis internationaler Studien und aktueller Metaanalysen wird diskutiert, welche Formate sich als besonders wirksam erweisen und wie ihre Umsetzung im deutschen Kontext gelingen kann. Ergänzend werden Praxisbeispiele aus aktuell laufenden Studien aus Deutschland vorgestellt, die konkrete Anwendungsmöglichkeiten in der Versorgungslandschaft und im schulischen Kontext illustrieren. Teilnehmende erhalten zudem Zugang zu Materialien, die eine direkte Anwendung im Forschungskontext oder in der klinischen Praxis ermöglichen.

     

  •  

    Prof. Dr. med. Marc Augustin

    Jugendliche und junge Erwachsene nutzen KI-Chatbots intensiv und teilen dabei häufig persönliche Informationen. Medienberichte dokumentieren Suizide von Jugendlichen, die zuvor suizidale Gedanken mit Chatbots geteilt hatten - ein Phänomen, das wissenschaftlich bislang kaum untersucht ist. Anhand einer narrativen Literaturübersicht sowie der Analyse eines Fallbeispiels aus der Presse werden erste Erkenntnisse zusammengefasst. Die Ergebnisse zeigen, dass aktuelle Chatbots bei Suizidalität häufig inadäquat reagieren und Sicherheitsmechanismen umgangen werden können. Technische Faktoren wie Sycophancy, Hyperpersonalisierung und Anthropomorphismus begünstigen mutmaßlich, dass Jugendliche KI-Chatbots als vertrauenswürdigen Gesprächspartner erleben. Handlungsempfehlungen richten sich an KI-Anbieter, kinder- und jugendpsychiatrisches Fachpersonal sowie Eltern; Safety-Pläne und altersgerechte Aufklärung werden als präventive Ansätze diskutiert.

     

  •  

    Dr. Andreas Knobloch, Dr. Matthias Reinhold

    Gemeinsam haben wir in den letzten 10 Jahren ein Konzept der `Fußball unterstützten systemischen Interventionen` FuSI entwickelt. Fußball ist eine Weltsprache und eine der emotional stärksten Erfahrungswelten von vielen Kindern und Jugendlichen. In der Psychotherapie wird dieses Potenzial bisher wenig genutzt, doch gerade schwer erreichbare junge Menschen brauchen Zugänge, die jenseits klassischer Gesprächssettings liegen. Mit FuSI versuchen wir Systemische Therapie, Verhaltenstherapie und Schematherapie mit körperorientierten und erlebnisorientierten Erfahrungen rund um das Fußballspiel zu verbinden. Die fußballunterstützten systemischen Interventionen ermöglichen den Kindern und Jugendlichen, ihr "inneres Team" kennenzulernen und ihre Gefühle und Gedanken besser zu verstehen. Wir versuchen in der Arbeit unsere theoretischen Grundlagen der Methode darzustellen und präsentieren konkrete Fallbeispiele. FuSI stellt viele verschiedene Tools, Interventionen und Rituale zur Verfügung, mit denen Therapeutinnen und Therapeuten, abhängig von der konkreten Situation und der aktuellen Problematik einer Patientin, eines Patienten kreativ und flexibel arbeiten können. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf gruppentherapeutischen Trainingslagern, in denen die Kinder und Jugendlichen durch Bewegung, gemeinsame Aktivitäten und Reflexion mit FuSI Resilienz und Selbststeuerungsfähigkeiten entwickeln.

     

  • V 26: Pädagogik bei Krankheit – Rahmenbedingungen, Konzepte, Herausforderungen
     

    Dr. med. Nora Volmer-Berthele, Stephan Prändl

    Chronisch kranke Kinder und Jugendliche bilden eine heterogene Gruppe mit somatischen, psychischen und psychosozialen Belastungen. Insbesondere psychische Störungen nehmen zu; laut RKI zeigen etwa 20% der Kinder und Jugendlichen in Deutschland behandlungsbedürftige Auffälligkeiten. Zu den häufigsten Diagnosen zählen Angststörungen, Depressionen, ADHS und Störungen des Sozialverhaltens. Diese Erkrankungen beeinträchtigen neben der Gesundheit auch soziale, emotionale und kognitive Entwicklungsprozesse und gefährden insbesondere die Bildungs- und Teilhabechancen. Schulvermeidung, Leistungsabfall und soziale Exklusion sind häufige Folgen. Ein rehabilitativer Ansatz sollte daher medizinische, psychotherapeutische und pädagogische Leistungen integrieren und Bildungswege als dynamische, nicht lineare Verläufe verstehen, in denen Unterbrechungen, Wechsel und Rückschläge ebenso wie Fortschritte und Erfolge als relevante Entwicklungsindikatoren berücksichtigt werden.

     

  •  

    Dr. med. Klaus-Ulrich Oehler

    Wir jedes Jahr werden auch bei der diesmaligen Jahrestagung im Seminar Pharmakologie-Update die neuen Entwicklungen der Psychopharmakologie dargestellt werden. Dies ist dieses Jahr sehr interessant, da einige neue Medikamente bezüglich Aufmerksamkeitsstörung, Depression, bipolare Störung und Psychosen auf den Markt gekommen sind bzw. kurz vor der Zulassung stehen. Die Neuentwicklungen sind für Kinder- und Jugendpsychiater besonders deswegen interessant, da in der Forschung das Hauptaugenmerk auf Verminderung der Nebenwirkungen gelegt wird. Diese sind bekanntlich im Kindes- und Jugendalter besonders problematisch. Aktuelle Therapiestrategien werden ausführlich dargestellt. Für Fragen und Diskussionsbeiträge wird Raum gelassen.

  • AG 1: EBM-Abrechnungsseminar
     

    Thomas Duda

    Wir bieten in diesem Jahr einen Workshop zu Fragen der EBM-Abrechnung für alle an, unabhängig davon, ob Anfänger oder Erfahrene. Es wird u.a. um folgende Fragen gehen: Was ist der wirtschaftliche Wert meiner erbrachten Leistungen? Mit welcher Einnahmesituation meiner Praxis kann ich rechnen? Das Seminar bietet Neueinsteigern und Erfahrenen in der ambulanten Praxis Hilfestellungen, um sich im manchmal undurchsichtig erscheinenden System von EBM und Honorarverteilung zurechtzufinden. Neben der Darstellung der Grundprinzipien der EBM-Abrechnung, der einzelnen Abrechnungsziffern und der Erläuterung der Basisbegriffe sollen im Seminar typische Alltagssituationen in unseren KJPP-Praxen und hierzu geeignete Abrechnungsmöglichkeiten vorgestellt werden. Wir wollen dazu motivieren, die erbrachten Leistungen offensiv darzustellen und abzurechnen. Der aktuell gültige EBM wird vermittelt, ebenso besteht die Möglichkeit, Grundprinzipien der Honorarverteilung zu diskutieren, trotz vieler regionaler Besonderheiten.

  • AG 2: Leitlinie ADHS - Aktuelle Überarbeitung
     

    Dr. med. Daniela Thron-Kämmerer, Dr. med. Maik Herberhold

    In 2026 wird die Überarbeitung der Leitlinie ADHS (Kinder/ Jugendliche und Erwachsene) fertiggestellt. Fr. Dr. Thron-Kämmerer arbeitete hieran als Mandatierte des BKJPP mit, dies gemeinsam mit Dr. Maik Herberhold. Wir werden im Rahmen eines Impulsvortrags zunächst kurz Grundsätzliches zu Leitlinien und Leitlinien- Erstellung referieren, dann die ADHS-Leitlinie selbst vorstellen und freuen uns im Anschluss auf eine lebendige Diskussion mit Ihnen.

  •  

    Dr. Carsten Edert, Dr. Anke Lipps

    Gerade noch schnurrt die eigene Praxis wie ein gut geöltes Uhrwerk, die Mitarbeiter*innen und die Patienten sind recht zufrieden und plötzlich passieren nicht vorauszusehende Ereignisse: Erkrankung von Mitarbeitern, eigene Erkrankung, veränderte Abrechnungskriterien, Kündigungen von Mitarbeiterinnen, Regressforderungen, Ausfall der IT usw. Wie schon in den vergangenen Workshops, möchten wir uns über solche Situationen mit Ihnen/Euch austauschen und Ideen sammeln, welche Möglichkeiten wir haben, mit diesen Krisen umzugehen, vielleicht sogar im Vorfeld entgegenzuwirken. Alle Teilnehmenden haben Erfahrung im Umgang mit herausfordernden Situationen. Wir wollen wieder unsere Schwarm-Intelligenz nutzen, um gute Ideen und Konzepte miteinander zu teilen und zu entwickeln, die uns, dann im Praxisalltag zur Bewältigung von Herausforderung helfen können. Ziel ist es, dass wir unsere Kompetenz und Resilienz im Bereich Bewältigung von Veränderungen in unserer Praxis stärken.

  • AG 4: Achtsamkeit am Morgen - Bodyscan
     

    Maria Lessau

     

  • AG 5: GOÄ-Abrechnungsseminar
     

    Dipl.-Ing- Dr. med. Christof Sturm, Dr. Arnfried Heine

    In der Arbeitsgruppe zur GOÄ-Abrechnung werde die Leistungen, die in einer KJP/KJPP-Praxis üblicherweise im Rahmen der "Privatbehandlung" erbracht und nach GOÄ abgerechnet werden können, darstellen. Besondere Berücksichtigung werden die geplanten Neuerungen finden.

  •  

    Maria Lessau

    .

  • AG 7: ICD-11 - Neues für die KJPP
     

    Dr. med. Annegret Brauer

    Die ICD-11 ist 2022 in Kraft getreten, derzeit gibt es eine deutschsprachige Entwurfsfassung beim BfArM. Die "Psychischen Störungen, Verhaltensstörungen oder neuronale Entwicklungsstörungen" werden in Kapitel 6 erfasst. Es gibt verschiedene Neuerungen, so wurden neue Diagnoseschlüssel aufgenommen, bspw. die anhaltende Trauerstörung, die cPTBS u.a.. Die diagnostische Trennung zwischen Störungen in Kindheit und Jugend zum Erwachsenenalter wurde unter Berücksichtigung der Entwicklungsperspektive aufgegeben. Zudem besteht die Möglichkeit soziokulturelle Faktoren mit zu verschlüsseln. In der AG sollen wesentliche Änderungen auch anhand von Fällen aus der Praxis vorgestellt und diskutiert werden.

  •  

    Dr. Gerhard Libal

    In den letzten Jahren hat sich bei der medikamentösen Behandlung von Kindern und Jugendlichen in der ambulanten Kinder- und jugendpsychiatrischen Praxis immer mehr ein Spannungsfeld zwischen Indikation, Leitlinien, Stand der Forschung und rechtlichen Rahmenbedingungen auf der einen Seite und den teilweise langjährigen Erfahrungen in der niedergelassenen Praxis auf der anderen Seite entwickelt. In diesem Seminar sollen Anregungen und Hilfestellungen für die tägliche Praxis präsentiert und diskutiert werden, die es erleichtern sollen, sich in diesem Spannungsfeld zu bewegen. Es sollen auch neuere Ansätze der medikamentösen Behandlung vorgestellt werden und es soll ausreichend Zeit und Raum für Diskussion und Austausch von Erfahrungen geben.

  • AG 9: ePA
     

    Dipl.-Ing- Dr. med. Christof Sturm

    In der AG wird der aktuelle Stand der "ePA für Alle" vorgestellt. Ab dem 15.01.2025 ist die "ePA für Alle" von den Krankenkassen für jeden gesetzlich Versicherten angelegt worden. Seit 01.04.2025 gilt die Richtlinie der KBV zur Befüllung bei unter 15jährigen. Am 29.04.2025 erfolgte der bundesweite Rollout. Ab dem 01.10.2025 ist die Nutzung der ePA für Leistungserbringende verpflichtend. Krankenhäuser nutzen die ePA bisher kaum. Die Versicherten zeigen wenig Bereitschaft, diese "versichertengeführte Akte" zu führen. Ich bin gespannt, welche Erfahrungen mit der Umsetzung wir im November 2026 diskutieren werden.

  •  

    DAnke-Maria Hausmann

    Ein Trauma entsteht, weil ein Mensch "damals" mit dem belastenden Ereignis alleine gelassen wurde und ihm somit schutzlos ausgeliefert war. Das "Damals" liegt meistens in der frühen Kindheit unserer Patienten. Folglich wäre es doch naheliegend, das Trauma so aufzuarbeiten, dass es dem Kind von "damals" möglich wird, die traumatische Situation zu bewältigen. Mit Schutz, Trost, Halt und unserem Verständnis, dass das Kind von "damals" die Schuld als Erklärung brauchte, um das Unerklärliche, was ihm angetan wurde, zu verarbeiten. Bei einer Bindungstraumatisierung gehen die Kinder den Weg der eigenen Schuldzuweisung, um eine Möglichkeit zu erhalten weiter leben zu können. Diese Schuld finden wir in all unseren Traumapatienten wieder. Hier setzt das Protokoll TASSE an. Es ist ein sehr kurzes EMDR-Protokoll mit dem es möglich wird, das Trauma mit einer korrigierenden Bindungserfahrung aufzuarbeiten und am Ende die Selbstbeschuldigung aufzulösen.

  •  

    Dr. med. Renate Sannwald

    Bei Kindern und Jugendlichen mit Konzentrations- oder Teilleistungsstörungen müssen die Voraussetzungen für eine introspektive Einstellung in der Gruppentherapie erst geschaffen werden. Sinneswahrnehmungen sind die Voraussetzungen für emotionales Erleben und seine kognitive Verarbeitung und damit die Grundlage für unsere sozialen Beziehungen und die Bildung innerer Repräsentanzen. Diese Einsicht hatten schon Maria Montessori und Gisela Gerber. In der Gruppentherapie mit entwicklungsverzögerten Kindern nutzte diese die sinnliche Wahrnehmung einer Frucht oder eines Gegenstandes als Vorbereitung für eine gemeinsame Imagination. Diese werden modelliert und gemalt, bevor eine Imagination durchgeführt wird; dabei werden Sensomotorik und transmodale Verknüpfung geübt. Im Seminar wird dieses Vorgehen praktisch geübt und erarbeitet.

  •  

    Dr. med. Tobias Wolf, Dr. Enrico Sperfeld

    Unsere "Wunsch-Schule": Ein Ort an dem sich Jugendliche und Erwachsene interessiert begegnen und sich gegenseitig inspirieren. Die Realität: Schulpflicht, normierte Curricula nach Prüfungslogiken, während sich die Lebensrealitäten, digitale Technologien und die Zukunftsszenarien der Schülerinnen immer schneller verändern. Kann der Begegnungsort Schule heute noch gleichzeitig Orientierung bieten und Unsicherheit aushalten, Räume für spielerisches Erproben, Beziehung und Kreativität öffnen? In unserem Seminar stellen wir das aus der angewandten Improvisation entlehnte Konzept der I-Momente vor, mit dem wir aus therapeutischer und pädagogischer Perspektive an das Spannungsfeld Schule herantreten. Hierfür wollen wir mit ihnen in einen praktischen Austausch gehen und anhand von konkreten Fall- bzw. Unterrichtsbeispielen als auch gemeinsamen Rollenspielen erkunden, wie eine improvisierend-systemische Haltung helfen kann, Schule in Zukunft zu gestalten.

  •  

    Dorothee Mecklenburg, Dr. med. Dieter Appel

    Nach repräsentativen Studien fühlen sich in der Schule nur acht von hundert SchülerInnen wohl. Die meisten beklagen, dass sie nicht wahrgenommen und gehört werden. Welche Werkzeuge können wir anbieten, damit Schule zu einem motivierenden und aufbauenden Lernort wird für die Entwicklung der Persönlichkeit auf allen Ebenen. Zur Einführung stelle ich Ideen und Methoden der kreativen Therapie vor. Sie haben ihre Grundlage in der Gestalttherapie. Wie sie angewandt werden und was sie bewirken können, möchte ich mit Fallbeispielen von PatientInnen mit Leitsymptom Störung des Sozialverhaltens aufzeigen. Zum Schluss sind Sie eingeladen, Erfahrungen, Fragen anhand von Ihren Fallbeispielen zur Diskussion und für praktische Übungen einzubringen.

  •  

    Dr. med. Dipl.-Psych. Franz Wienand

    Vorgestellt wird ein Modell der traumafokussierten Gruppenarbeit mit jungen Menschen, das zum Ziel hat, Stresskompetenz für (traumatisierte) Kinder und Jugendliche durch "Begleitetes Sandspiel" und "Traumaorientierte Kreativarbeit" ("begleitetes Malen" in Kombination mit Metallarbeit, Keramikarbeit oder Mosaikarbeit) zu entwickeln und zu fördern. Die Besonderheit besteht darin, dass Gruppen von jeweils 10 bis 15 Kindern und Jugendlichen von ebenso vielen ehrenamtlich arbeitenden Laien begleitet werden, die wiederum von Fachtherapeuten angeleitet und supervidiert werden. Es handelt sich um ein ökonomisches, sicheres und wirksames Verfahren der Prävention und Behandlung von Traumafolgenstörungen.


  • Seminar mit Beiträgen aus KJP, Schule, Jugendhilfe und wissenschaftlicher Auswertung
     

    Dr. med. Joachim Walter, Dr. med. Sabine Ott

    In den Jahren 2021-25 wurden an 4 schulischen Beratungsstellen in Hamburg kooperative Ambulanzen zwischen KJP, Schulsystem und Jugendhilfe aufgebaut. Ziel war die frühzeitige und koordinierte Behandlung mit abgestimmten Kooperationszielen bei komplexen Problemlagen. Die Behandlung erfolgte aller Partner in Abstimmung durch mehrere Fallkonferenzen bei geteilter Dokumentation. Behandelt wurden die Komplexfälle frühzeitig aufsuchend in den städtischen Regionen und im Vergleich zu einer entsprechenden Population in anderen Stadtteilen. Die Evaluation erfolgte durch die Sozialpädagogische Fakultät in Oldenburg (Inhaltlich gesundheitlich, strukturell). Projektführer des Projekts war die TKK Hamburg. Die Ergebnisse sind sehr ermutigend, so dass das Projekt finanziert von einigen Krankenkassen, dem Hamburger Schul-, Jugendhilfe- und Gesundheitssystem fortgeführt wird. Strukturen, Ergebnisse und Schwierigkeiten werden aus den Blickwinkeln der Kooperationspartner diskutiert.

  •  

    Kathrin Deckers, Katrin Tonner

    Im Seminar zur Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aus dem Autismus-Spektrum im sozialpsychiatrischen Kontext wird zu Beginn einen kurzen ?berblick über das diagnostische Vorgehen in unserer Praxis inklusive Screening-Fragebögen, ADOS/ADI-R aber auch ergänzende Materialien wie EmotionCards in diesem Kontext gegeben. Anschließend werden Interventionen im sozialpsychiatrischen Kontext vorgestellt. Dazu gehören Unterstützungsangebote für Kinder/Jugendliche im Alltag, wie z.B. das Führen eines Alltagstagebuchs zur Erfassung sozialer Interaktionen. Auch spieltherapeutische Ansätze für jüngere Kinder werden erläutert und vorgestellt. Das autismusspezifische Gruppensetting wird als Möglichkeit des Austausches, der gegenseitigen Stärkung / Unterstützung und des Sozialtrainings vorgestellt. Darüber hinaus werden Interventionen in der Eltern-/Umfeldberatung sowie die Grenzen der Beratung im sozialpsychiatrischen Kontext erläutert. Ein weiteres Thema wird die eigene Haltung sein.

  •  

    Dr. med. Maren Fritzke

    Unsere PatientInnen im Autismusspektrum sind alle unterschiedlich und sollen sich in das neurotypisch orientierte Schulsystem integrieren. Das ist meist nicht einfach und bedarf der Unterstützung durch ein Netzwerk aus Eltern, Schule, Ämtern, Begleitern und Fachleuten. Oft kommt es zu Schulausschluss oder Absentismus, da es an Verständnis für neurodiverse Menschen und ihre Welt mangelt und das Wissen über das ASS und Komorbiditäten unzureichend ist. Anhand von Beispielen verschiedener Beschulungsmodelle rund um Kiel soll die Diskussion um neue Wege angeregt werden. Bitte bringen Sie gerne auch eigene Beispiele ins Seminar mit, um gemeinsam nach konstruktiven Ansätzen zu suchen.

  •  

    Dipl.-Psych. Frederic Linßen

    Angenommen es gäbe ein Wundermittel, mit dem wir unsere jungen Klient:innen unterstützen könnten ihre Ziele spielerisch und leichter zu erreichen. Und angenommen dieses Mittel hätte ausschließlich positive Haupt-, Neben- und Langzeitwirkungen und wäre auf die jeweils individuelle Situation in zugeschnitten. Würden Sie es in Ihrer Praxis einsetzen?

    ,Changers' sind ein maßgeschneidertes, arzneiähnliches, psychologisch wirksames Präparat. Sie sind ein individualisiertes und bildunterstütztes offenes Placebo in Form einer bedruckten Oblate, verpackt in ein suggestiv beschriftetes Tablettenröhrchen. 2024 wurden diese Impact-Intervention bei hochgestressten Proband:innen am Uniklinikum Freiburg (n=137) erfolgreich evaluiert. Erste Ergebnisse der aktuellen Studie an der Medical School Hamburg der Changers in der KiJu-Therapie werden vorgestellt.

    Workshopinhalte:
    1. zwölf Wirkprinzipien
    2. Livedemonstration
    3. Fallbeispiele aus KiJu-Therapie
    4. Leitfaden + praktische Übung
    5. Reflexion

  •  

    Michael Bachg

    Emotional belastete Kinder und Jugendliche spiegeln die Krisen der vergangenen Jahre wider. Vor dem Hintergrund der Folgen von Vernachlässigung und körperlicher bzw. verbaler Gewalt fällt es vielen oft schwer Beziehungsangebote anzunehmen oder zu erwidern. Vieles hängt dabei von ihren Erinnerungen ab, die unmittelbares körperliches Erleben erzeugen.

    Inhalte:
    - Interaktionistische Entwicklungstheorien
    - Mentalisierung fördernde Grundhaltung und Kommunikation
    - Analyse von Mimik und Stimme des Kindes
    - Die Bedeutung automatisierter Erinnerungsprozesse für die gegenwärtige Wahrnehmung und ihre Auswirkungen auf Motorik/Verhalten
    - Rekonsolidierung belastender Erinnerungen mit Hilfe imaginativer Techniken und passgenauer Körperinterventionen
    - Überarbeitung von Repräsentationen von Bindung
    - Elternarbeit: Inspiration zur Bearbeitung elterlicher Übertragungen auf das eigene Kind Vortrag, live Demonstration, Übungen, Video-Demonstrationen

  •  

    Prof. Dr. Jochen Gehrmann

    Eingriffe in die Freiheitsrechte junger Menschen unterliegeneinem Richtervorbehalt. Im Regelfall sollten die Anhörung des Minderjährigen und die Begutachtung in der Regel durch einen Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie zuvor, d.h. im ambulanten Rahmen erfolgen. Risiken und Nutzen einer solchen in die Freiheitsrechte eingreifender kustodialer Maßnahmen müssen stets im Einzelfall sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. Rein abstrakte Gefährdungsmomente begründe solche Eingriffe nicht; es gilt stets konkret die Aspekte der Eigen- bzw. Fremdgefährdung bzw. einer unmittelbaren Entwicklungsgefährdung darzulegen. Der Workshop gibt zun?chst Impulse in den rechtlichen Rahmen des §1631b Abs. 1 u. 2 BGB, die Leitlinien der Fachgesellschaften dazu, die Begutachtung und praktische Umsetzung anhand von Fallbeispiele. Rege Diskussion und eigene Fallbeispiele der Teilnehmer:innen des Workshops sind herzlich willkommen.

  •  

    Dipl.-Psych. Markus Fumi

    Ein defizitäres Selbstbild, und infolge die Orientierung an äußeren Normen und Idealen ist seit jeher kennzeichnend für alle Essstörungen. Die Sozialen Medien bilden eine neue Größenordnung an Orientierung- und Vergleichsmöglichkeiten. Der Intensität des Einflusses der Sozialen Medien können sich insbesondere Kinder und Jugendliche kaum noch entziehen. Hinzu kommt die Darstellung fragwürdiger Ideale und gefährlicher Inhalte. Es muss davon ausgegangen werden, dass das Internet, und damit auch die Inhalte Sozialer Medien, vor allem für Kinder und Jugendliche eine zweite, nahezu gleichwertige Realität darstellen, die Folgen für die Entstehung und Aufrechterhaltung von Essstörungen hat. Der Workshop zeigt die Bedeutung Sozialer Medien für Patientinnen mit Essstörungen und psychotherapeutische Ansätze im Umgang mit den Medien. Diskussion, eigene Erfahrungen und Fallbeispiele sind erwünscht.

  •  

    Dr. Michael Meusers, JProf. Dr. med. Undine Zellin

    Chronischer Stress behindert Lernen - stört Lernen - manche werden Depressiv, entwickeln eine Angsterkrankung und mehr. Die Biologie ist gut aufgeklärt und wird anschaulich dargestellt - wir bauen das Gehirn mit den Teilnehmern nach und spielen die Erkrankungen duch! Verschieden Psychotherapieverfahren wie EMDR sind belegt wirksam. Wir präsentieren und üben auf Wunsch mit den Teilnehmern Cipros und progressiv Counting.

  •  

    Maik Herberhold

    Im Verlauf der Covid-Pandemie zeigte sich eine große Anzahl von Patient:innen, insbesondere auch Kinder und Jugendliche, die über den Zeitraum der akuten Erkrankung hinaus eine Vielzahl von Symptomen berichteten, v.a. eine tiefgreifende Erschöpfung und Belastungsintoleranz. Es lag aufgrund fehlender sicherer Biomarker zunächst nahe, psychische Ursachen zu vermuten, allerdings wurde es - auch aufgrund der großen Anzahl Betroffener und typischer Symptomcluster - zunehmend schwierig, eine an eine infektiöse Pandemie anschließende "psychosomatische Epidemie" anzunehmen. Die schwerste Form der Post-Covid-Verläufe erfüllte die Kriterien des bis dahin seltenen "Systemzusammenbruchs" ME/CFS. Im Seminar sollen die inzwischen bekannten diagnostischen und differentialdiagnostischen Ansätze ebenso beleuchtet werden, wie die (supportiven) Behandlungsmöglichkeiten, die Rolle der Psychotherapie und auch das Spannungsfeld des Vorwurfs einer Kindeswohlgefährdung bei Isolation der Schwerstbetroffenen.

  •  

    Dr. jur. Myriam Bea

    Im Rahmen einer ADHS stellen sich nicht nur medizinische, sondern auch eine Reihe von rechtlichen Fragen. Neben sozialrechtlichen Fragen zu möglichen Leistungen, Nachteilsausgleich und anderer Unterstützung im Rahmen von Schule und Berufsausbildung können weitere Themenbereiche relevant sein. Dazu gehören, insbesondere auch, wenn eine ADHS medikamentös therapiert wird, rechtliche Problemstellungen in den Bereichen Verkehr, Beruf, Reisen, Sport und Versicherungen.

  •  

    Kathrin Deckers, Kathrin Tonner

    Dieser Workshop beleuchtet die Schnittstelle zwischen kinderpsychiatrischer Begleitung und der schulischen Lebenswelt autistischer Schülerinnen. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Besonderheiten zu schaffen und konkrete Handlungsstrategien für den Schulalltag abzuleiten. Inhaltliche Schwerpunkte u.a.: Sensorik und Reizfilterung: Erläuterung der Reizüberflutung im Klassenzimmer ("The world is too loud") und die Notwendigkeit von Sicherheit durch äußere Struktur. Kompensationsstrategien und "Masking": warum scheinbare Unauffälligkeit in der Schule oft mit "Meltdowns" im häuslichen Umfeld einhergeht. Der Nachteilsausgleich (NTA) als Teilhabeinstrument: Praxisnahe Erarbeitung notwendiger Maßnahmen (u. a. Reizreduktion, Modifikation der Leistungsbewertung) sowie deren Formulierung in Arztbriefen. Sozial-emotionale Teilhabe: Differenzierung zwischen freiwilligem Rückzug zur Selbstregulation und sozialer Ausgrenzung sowie die Förderung akzeptanzbasierter Interaktionsformen.

  •  

    Götz-Peter Lampe

    In komplexer werdenden Lernwelten reichen klassische Konzepte von Barrierefreiheit nicht mehr aus. Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen oder neurodiversen Profilen stoßen im schulischen Alltag häufig auf Barrieren, die zu Stress, Fehlzeiten und eingeschränkter Teilhabe führen. Der Workshop "Lasst uns Rampen bauen: cognitive and mental ramps" greift dieses Spannungsfeld auf und überträgt das Prinzip der Barrierefreiheit auf mentale und kognitive Dimensionen schulischer Settings. Die Teilnehmer erarbeiten gemeinsam zentrale Konzepte mentaler und kognitiver Barrierefreiheit, diskutieren aktuelle empirische Befunde und reflektieren deren Relevanz für das deutsche Schulsystem. Ziel ist es, konkrete Implikationen, Haltungsfragen und Zielperspektiven zu formulieren, die Schulen dabei unterstützen können, Lernräume zu gestalten, in denen psychische Gesundheit, Neurodiversität und Bildungsgerechtigkeit systematisch mitgedacht werden.

  •  

    Stephan Förster

    Ein Kind in Not kann nicht denken, um sich zu beruhigen. Es muss sich erst beruhigen, um denken zu können. Kognitive Strategien scheitern neurobiologisch genau dann, wenn sie am dringendsten gebraucht werden - bei hoher Erregung ist der präfrontale Kortex nicht verfügbar. Atembasierte Interventionen bieten einen entwicklungsgerechten Zugang: ab dem Vorschulalter einsetzbar, transdiagnostisch wirksam. Der Aktivierungszustand des Kindes bestimmt, welche Strategie wirkt. Dieser Workshop verbindet neurowissenschaftliche Grundlagen mit geleiteter Selbsterfahrung. Drei klinische Atemtechniken werden erprobt, ein Entscheidungsalgorithmus zeigt, welche Intervention für welches Alter, welchen Zustand und welches Setting passt. Teilnehmende verlassen den Workshop mit konkreten Werkzeugen und Anregungen für die eigene und berufliche Praxis.

  •  

    Dr. Fabian Schneider

    Wir brauchen heutzutage mehr Gruppentherapien. Wöchentliche Gruppentherapie ist in der Sozialpsychiatrie möglich, auch ökonomisch gesehen. Aber es geht hier nicht nur ums Geld, sondern auch um inhaltliche Argumente, die für Gruppentherapien sprechen. Nur 4% der abgerechneten Psychotherapieziffern niedergelassenere Kinder- und Jugendlichentherapeut:innen in den ersten drei Quartalen 2025 der KV Nordrhein waren Gruppentherapieziffern. Bei den Erwachsenentherapeut:innen waren es immerhin 12%. Die Wirksamkeit der Gruppentherapie ist für viele Störungsbilder belegt und genauso gut wie die der Einzeltherapie. Aber es kommen hier Wirkmechanismen zum Tragen, die es in der Einzeltherapie nicht gibt. In Zeiten zunehmender Einsamkeit auch bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen fördert Gruppentherapie Kontakt und soziale Kompetenzen. In der störungsübergreifenden Gruppentherapie lassen sich u.a. auch traumatisierte Patient:innen oder solche mit Suizidgedanken behandeln, wenn die Eltern in die Behandlung miteinbezogen werden. In dem Workshop werden Übungen in Kleingruppen gemacht.

    Publikationen:
    - Systemische Gruppentherapien mit Jugendlichen. Eine multimethodische Kombination mit Ego-State- und Körperpsychotherapie. Heidelberg 2025 (Carl-Auer Verlag): 219 Seiten, mit einem Vorwort von Wilhelm Rotthaus.
    - Ego-State-Therapie und Gruppenpsychotherapie mit Jugendlichen: eine kraftvolle Kombination. In: Woltemade Hartman (Hrsg.): Ego-State-Therapie. Von den Wurzeln zur innovativen Praxis. Erscheint 1. Quartal 2026 im Carl-Auer Verlag.

  •  

    Dr. phil. Peter Conzen

    Paarprobleme und Trennungsauseinandersetzungen sind heute eine der häufigsten Anlässe, sich in Beratung oder Psychotherapie zu begeben. Der Dauerstreit der Eltern, das Ende von deren Paarbeziehung, Probleme mit neuen Partnern der Eltern oder neu entstehenden Patchwork-Familien - all dies kann auch Kinder und Jugendliche schwer belasten und sich in vielfältigen Symptomen bis hin zu psychiatrischen Erkrankungen bemerkbar machen. Welche bewussten und unbewussten Motive bestimmen die Partnerwahl. Was sind die Kriterien einer geglückten Partnerbeziehung, was sind häufige Konfliktfelder? Und wie können wir in Partnerschaftskrisen stützend und klärend eingreifen bzw. beim Scheitern einer Beziehung zu einer möglichst fairen Trennung beitragen und die Kinder vor hochstrittigen destruktiven Auseinandersetzungen bewahren? Diesen Fragen will der Workshop in einer Mischung aus theoretischem Input, Gruppendiskussion und der Arbeit an Fallbeispielen nachgehen.

  •  

    Andrea Conradi

    Welchen Lösungswiderständen begegnen wir typischerweise bei Angst, Trauer, Wut/Ärger oder Schuldgefühlen? In dem praxisorientierten Workshop werden körperorientierte Methoden vorgestellt, mit denen bewusste wie auch nicht bewusste Lösungswiderstände erkannt und erlebbar gemacht werden können. Es werden sowohl Körperfeedbackmethoden wie Körperkongruenztest und Muskeltest gezeigt, wie auch Interventionen, die mit Externalisierung von Problem- und Widerstandsanteilen arbeiten: Dabei ermöglicht ein zunächst "probeweises" Loslassen der Widerstände das Erleben von Lösungszuständen.

  • WS 14: Einsatz von Kinderbüchern für mehr mentale Gesundheit in Schule und darüber hinaus Wie Kinderbücher bei psychischen Problemen und anderen schulischen Herausforderungen als wichtige Ressource helfen können
     

    Dipl-Psych. Melanie Gräßer

    Kinderbücher sind ein wirkungsvolles therapeutisches Medium, dass den Zugang zu vielen Themen erleichtern kann. Der Workshop richtet sich an Fachleute, die mit Kindern, Jugendlichen und deren Eltern arbeiten und zeigt praxisnah, wie Kinderbücher im schulischen und therapeutischen Kontext einsetzbar sind. Fallbeispiele verdeutlichen, dass Geschichten helfen Themen, wie z.B.: Schulangst/-absentismus, traumatische Erfahrungen, psychische Erkrankungen, die einen Einfluss auf Schule haben können, z.B. ADHS, Autismus, depressive Verstimmungen, behutsam anzusprechen. Besonderes Augenmerk liegt auf Identifikationsfiguren, Psychoedukation und der Nutzung als Gesprächseinstieg, Ressourcenaktivierung, Lösungsfindung und Minderung von Belastung im schulischen Alltag. Es werden konkrete Anregungen und kreative Interventionen vermittelt. Die Dozentin bringt eine große Anzahl an Büchern von A wie Angst bis Z wie Zwang mit, die Sie in Kleingruppen kennenlernen, diskutieren und ausprobieren können.